Ronneburg (Druckversion)

EU - Projekt April 2016 - Besuch aus Castronno

Projekt: 65. Jahrestag EGKS-Vertrag – EU im Rentenalter?/Rentenalter in der EU

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Das Projekt "65. Jahrestag EGKS-Vertrag –

EU im Rentenalter?/Rentenalter in der EU" wurde mit Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen des Programms "Europa für Bürgerinnen und Bürger" gefördert

Beteiligung: Das Projekt involvierte 240 Bürgerinnen und Bürger, insbesondere 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 63549 Ronneburg, Deutschland, 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Stadt 21040 Castronno (VA), Italien.

Die Veranstaltung fand in 63549 Ronneburg, Deutschland, von 15.04.2016 bis 17.04.2016 statt.

Kurze Beschreibung:  
Tag 15.04.2016 widmete sich:

  • Erkundung/Besichtigung der "Senioren-Dependance Haus Ronneburg" mit Tagespflege und Begegnungsstätte
  • Rundgang durch den Ort mit feierlicher Enthüllung der Partnerschaftstafel für die Gemeindepartnerschaft Ronneburg-Castronno
  • Besuch und geführte Besichtigung der Ronneburg (überregionales historisches Kulturgut und Sehenswürdigkeit mit großer touristischer Bedeutung, auch mit EU-Mitteln gefördert)
  • Feierliche Eröffnung der Begegnungsstätte „Fallbachhaus“

Tag 16.04.2016 widmete sich:

  • Zu Ehren der Städtepartnerschaft und entstandenen deutsch-italienischen Freundschaft wurde im April 2016 gemeinsam die Begegnungsstätte Fallbachhaus feierlich eingeweiht. Den Gästen aus Castronno wurde die Möglichkeit gegeben, den zentralen Ort in Ronneburg kennenzulernen, an dem pflegebedürftige Menschen einen wohnortnahen Platz mit Pflege im Alter und gesellschaftlicher Aktivität finden. Die 2016 eröffnete Senioren- Dependance “Haus Ronneburg”, betrieben von den Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises GmbH, umfasst neben den Seniorenwohngruppen eine Tagespflege und die oben genannte Begegnungsstätte „Fallbachhaus“. Als besonderen Teil des Komplexes wurde die Begegnungsstätte geschaffen, damit dort das dörfliche und kulturelle Leben der Kommune stattfindet und die Bewohner nicht an den Rand der Gesellschaft abgeschoben werden.
  • Vortrag Dr. Udo Bullmann (MdEP) zu 65 Jahren Geschichte der EU von der Unterzeichnung des Vertrages zur Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS/Montanunion) bis zur heutigen Bedeutung der EU für die Bürgerinnen und Bürger - Grußworte des gastgebenden Bürgermeisters und des Gast-Bürgermeisters.
  • Smartphone-Safari zur Standorterkundung des Bankenplatzes Frankfurt mit besonderer Beachtung von Banken aus Italien und Deutschland. Der Besuch in Frankfurt wurde mit Stadtführungen in italienischer und deutscher Sprache begonnen. Dann wurden gemischte Gruppen für die Smartphone-Safari gebildet. Gerade hier in der Zusammenarbeit fand ein intensiver Kontakt zwischen Bürgern aus beiden Partnergemeinden statt, der die persönlichen Beziehungen vertiefte. Es wurde aber auch deutlich, wieviel „Italien und EU“ bereits in Frankfurt ist.
  • Musikalischer Vortrag der Kindergarten-Kinder - Die Kinder der Kindertagesstätte „Kleine Ritter“ boten den italienischen Gästen eine Mischung aus deutschen und extra einstudierten italienischen Kinderliedern dar.
  • Grußwort von Christoph Degen, MdL - Der Landtagsabgeordnete und in seiner Funktion als stellvertretender Landrat erschienene Christoph Degen hob die Bedeutung von Städtepartnerschaften zur gegenseitigen Völkerverständigung hervor.
  • Vortrag von Bürgermeister Hofmann zur Bedeutung des Ehrenamtes in einer älter werdenden Gesellschaft Besichtigung der Ausstellung der Ronneburger Vereine und ehrenamtlich Tätigen zur Bedeutung des Ehrenamtes in einer älter werden Gesellschaft und zur europäischen Ausrichtung der Vereine
  • Kontaktgespräche zwischen Vereinsvertretern aus Castronno und Ronneburg
  • PowerPoint-Präsentation der Ausstellung der IPZ "Wir in Europa-Das Europa der Bürgerinnen und Bürger" mit anschließender Diskussion
  • Workshop zur Bedeutung der EU für die Bürgerinnen und Bürger mit Beispielen aus Ronneburg und Castronno (Leitung R. Groß, örtlicher Einzelhändler mit europäischen Lebensmitteln)

Tag 17.04.2016 widmete sich:

  • Gemeinsames Abschlussfrühstück mit den beherbergenden Familien und den italienischen Gästen zum Ausklang des Gemeindepartnerschaftsbesuchs

Die Gemeinde Ronneburg hat dieses mit EU-Mitteln geförderte Projekt in Zusammenarbeit und mit Unterstützung Ihrer italienischen Partnergemeinde Castronno entwickelt. Die Fördermittel werden aus dem Programm „Europa für Bürgerinnen und  Bürger“ zur Verfügung gestellt.

Gruppenfoto vor Fallbachhaus April 2016
Gruppenfoto vor Fallbachhaus April 2016

Am 18.04.2016 jährte sich die Unterzeichnung des Vertrages zur Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS/Montanunion), die als Vorläufer der EU angesehen wird, zum 65. Mal. Man könnte also behaupten, die EU sei im Rentenalter angekommen. Im Frühjahr 2016 wurde in Ronneburg die Senioren-Dependance mit Tagespflege und Begegnungsstätte „Fallbachhaus“ eröffnet. Viele pflegebedürftige Personen sind ebenfalls im Rentenalter. Dies ergab den thematischen Rahmen für dieses Projekt.

In der Zeit vom 15.04-22.04.2016 wurde die Begegnungsstätte feierlich eröffnet und der Bevölkerung zur Nutzung übergeben. Dieses Projekt wurde ein Highlight dieser Eröffnung. Eine Delegation aus Castronno wurde eingeladen und nahm an diesem Projekt teil, um die im Juli 2015 vereinbarte Gemeindepartnerschaft mit Leben zu füllen und über die Erarbeitung der Themen dieses Projektes die Partnerschaft zu vertiefen und ein besseres gegenseitiges Verständnis der Bürgerinnen und Bürger für die gemeinsamen Probleme im Generationenwandel als auch für die Bedeutung der EU zu erlangen. Neben der Gemeinde Ronneburg waren die ehrenamtlich Tätigen aus der Freundschaftsinitiative Ronneburg-Castronno (FIRC) und des Trägervereins der Begegnungsstätte Fallbachhaus-Ronneburg e.V., die als eines der satzungsmäßigen Ziele die „Förderung der internationalen Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten und des Völkerverständigungsgedankens“ hat, im Projekt engagiert. Zu den bereits genannten Zielen der Vertiefung der Partnerschaft und des besseren Verständnisses für die Bedeutung der EU sollten auch mehr ehrenamtlich Tätige sowohl für die FIRC als auch für andere Vereine und Tätigkeiten in beiden Gemeinden begeistert werden.

Die Partnergemeinden

Die Gemeinde Ronneburg mit Ihren rund 3400 Einwohnerinnen und Einwohnern wurde 1971/72 wurde als Zusammenschluss der drei Orte Hüttengesäß, Altwiedermus und Neuwiedermuß gegründet, die auf eine fast 800jährige Geschichte zurückblicken können. Sie ist eine der kleinsten Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis, in dem die drei Altkreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern zusammengeführt wurden. Am östlichen Rand der Metropolregion Rhein-Main gelegen verbinden sich die ländliche Lage mit der Nähe zu einer der bedeutendsten Banken- und Wirtschaftsregionen der EU. Im Jahr 2012 ergab sich durch persönliche Verbindung einiger Bürger der Kontakt zur Gemeinde Castronno. Am 26.07.2015 wurde der Partnerschaftsvertrag der Gemeinden unterzeichnet. Genauso wie die drei Orte zu Ronneburg, die drei Kreise zum Main-Kinzig-Kreis und die Metropolregion zusammengewachsen sind, wächst auch Europa zusammen. Durch die Gemeindepartnerschaft will die Gemeinde Ronneburg dieses Zusammenwachsen aktiv unterstützen.

Die Gemeinde Castronno liegt im Norden Italiens in der Provinz Varese in der Lombardei. Eine internationale Ausrichtung ergibt sich durch die Nähe zur Schweiz. Die europäische Ausrichtung wird durch die Gemeindepartnerschaft mit Ronneburg verdeutlicht. Castronno hat rund 5400 Einwohner. Die Geschichte der Lombardei reicht von den Etruskern, die aus der Toskana hinauf in die weiten Ebenen kamen und einen großen Reichtum an Töpferei sowie die ersten Schriftstücke und eine einzigartige Kultur zurück ließen, über die Kelten bis zu den Römern. Mailand, das schon als die Hauptstadt des westlichen römischen Imperiums fungierte, ist die nahe liegende Großstadt und Hauptstadt der Lombardei mit 10 Mio. Einwohnern. Der Sacro Monte di Varese über einer mittelalterlichen Kultstätte, die dann Sitz eines Nonnenklosters und einer der Jungfrau Maria gewidmeten Wallfahrtskirche war, wurde am 3. Juli 2003 durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Blick von der Ronneburg auf die Gemeinde
Blick von der Ronneburg auf die Gemeinde
Tafel "Gemeindepartnerschaft" am Rathaus Ronneburg
Tafel "Gemeindepartnerschaft" am Rathaus Ronneburg

Bürgermeister Andreas Hofmann

Städtepartnerschaften bieten ungeahnte Chancen. Sie können neue Menschen kennenlernen, etwas über ein anderes Land und seine Kultur erfahren. Gegenseitige Kenntnis schafft Kontakte, man kann sich Hilfestellung geben, Erfahrungen austauschen, gemeinsamen Leidenschaften wie im Sport oder der Kunst nachgehen. Städtepartnerschaften sind eine Bereicherung, deren Nutzen sich manchmal erst auf dem zweiten Blick zeigen. Eine Städtepartnerschaft bietet die Möglichkeit schnell und intensiv internationale Gepflogenheiten, Sprachen und Bräuche kennenzulernen. Sich in einem anderen Land zu bewegen, geschäftliche und private Beziehungen zu knüpfen. Wir haben bei unseren Besuchen auch Denkanstöße bekommen, wie wir Dinge als Kommune und Organisationen handhaben. Wir haben kennengelernt, dass wir auch vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Wir haben Gemeinsamkeiten entdeckt und Trennendes. Städtepartnerschaften lernen auch Toleranz zu üben, andere Sitten und Gebräuche zu respektieren. Städtepartnerschaften sind eine große Chance ein Mal kurz aus dem Alltagsleben heraus zu schlüpfen und über den Tellerrand zu schauen. Dabei nette Menschen kennenzulernen und Sympathien zu finden. Bei Besuchen in Amana, Iowa und Castronno, Italien haben wir vieles gelernt, schönes gesehen und die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt. Solche Kontakte aufzubauen, zu pflegen und zu bewahren, sind große Chancen für uns.
Ich möchte Sie aufrufen, an solchen Aktivitäten teilzunehmen und sich einzubringen! Bei Städtepartnerschaftsbesuchen gibt es viel zu erleben, viel zu sehen und zu schmecken, und viel zu erzählen. Und am wichtigsten, neue Freunde zu finden.

Machen Sie mit!

Ihr Bürgermeister
Andreas Hofmann

Bürgermeister Andreas Hofmann gemeinsam mit Bürgermeister Luciano Grandi
Bürgermeister Andreas Hofmann gemeinsam mit Bürgermeister Luciano Grandi
Bürgermeister Andreas Hofmann bei der Fallbachhaus-Eröffnung
Bürgermeister Andreas Hofmann bei der Fallbachhaus-Eröffnung

Bürgermeister Luciano Grandi aus Castronno

Bürgermeister Luciano Grandi beim Tortenanschnitt
Bürgermeister Luciano Grandi beim Tortenanschnitt
Bürgermeister Luciano Grandi als Ritter auf der Ronneburg
Bürgermeister Luciano Grandi als Ritter auf der Ronneburg

Europaabgeordneter Dr. Udo Bullmann

EU - Abgeordneter Dr. Udo Bullmann beim Vortrag im Fallbachhaus
EU - Abgeordneter Dr. Udo Bullmann beim Vortrag im Fallbachhaus
EU -Abgeordneter Dr. Udo Bullmann mit den beiden Bürgermeistern und dem Jugendbürgermeister aus Castronno
EU -Abgeordneter Dr. Udo Bullmann mit den beiden Bürgermeistern und dem Jugendbürgermeister aus Castronno

Das Europäische Projekt fußt auf der Idee, dass Menschen durch gemeinsames Handeln
mehr erreichen können. Diese Einsicht erwuchs aus schmerzhafter Erfahrung. Noch im 20. Jahrhundert war unser heute geeintes Europa von blutigen Konflikten zwischen seinen Völkern gezeichnet.

So wurde die im Jahr 1950 gegründete Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl von Partnern eingerichtet, die noch fünf Jahre zuvor als Feinde gegeneinander kämpften. Trotz der Erfahrung des Krieges und der gegenseitigen Vernichtung wurde diese Keimzelle der heutigen Europäischen Union zum Erfolg. Durch enge Zusammenarbeit in wirtschafts- und handelspolitischen Fragen entstanden Arbeitsplätze, Wohlstand und dauerhafter Frieden.

Durch Errungenschaften wie den Binnenmarkt und die Einheitswährung ist das wirtschaftliche
Friedensprojekt mittlerweile weiter vertieft und fest im Alltag der Menschen verwurzelt worden. Damit ist das Zusammenwachsen der Völker Europas jedoch noch nicht an seinem historischen
Endpunkt angelangt. Noch Vieles bleibt zu tun, um Europa auch in sozialen und politischen Fragen
zu einer echten Union der Menschen zu formen.

Europa ist und war seit jeher ein Projekt, das sich Schritt für Schritt weiterentwickelt. Schon bald nach Gründung der Gemeinschaft für Kohle und Stahl erweiterte sich der Kreis der ursprünglichen sechs Mitglieder. Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreichen traten der Europäischen Gemeinschaft bei und viele andere sollten folgen, zum Beispiel im Rahmen der Osterweiterung von 2004. Noch heute hoffen viele Länder, zum Beispiel auf dem Balkan, der Union eines Tages beitreten zu können, um somit an ihren wirtschaftlichen und politischen Errungenschaften teilhaben zu können. Zwar gibt es mit Großbritannien nun auch das Beispiel eines Landes, das die EU freiwillig verlassen will. Doch Europa wird hieran nicht scheitern - zumindest nicht, wenn es auf die aktuelle Krise klug und entschieden reagiert.

Nötig ist insbesondere eine intelligente Vertiefung des Einigungswerks. So muss Europa den in den 80er Jahren begonnen Prozess der Demokratisierung seiner Institutionen, der sich allem voran in der Stärkung der Befugnisse des Europäischen Parlaments ausdrückte, konsequent weitergehen. Entscheidungsprozesse müssen weiter für demokratische Teilhabe geöffnet und transparenter gestaltet werden. Nur so kann Europa bestehen.

Denn sich alleine auf Erfolge wie die Abschaffung von Passkontrollen im innereuropäischen Grenzverkehr zu berufen, reicht nicht aus, um Identifikation und Zusammenhalt dauerhaft zu stärken. Solch Identifikation und Zusammenhalt braucht es in schwierigen Zeiten wie heute. Die Euro-Krise und das Leid der Flüchtenden an Europas Außengrenzen lassen viele Menschen am gemeinsamen europäischen Gedanken zweifeln. Doch ein Zurück in die Gedankenwelt des Nationalstaats ist keine Lösung. Herausforderungen wie Globalisierung und Klimawandel lassen sich nicht alleine bewältigen. Dazu braucht es starke, gemeinsame Handlungsfähigkeit. Das geht nicht mit weniger Europa, sondern nur mit einer stärkeren, lebendigen EU.

Die Städtepartnerschaft der Stadt Ronneburg mit der italienischen Kommune Castronno in der Provinz Varese ist ein Beispiel dafür, wie solch ein lebendiges Europa entstehen kann. In Zeiten, in denen Rassismus und Nationalismus eine Renaissance zu erleben scheinen, schaffen Partnerschaft und direkter Austausch zwischen den Kommunen und ihren Bürgern Vertrauen und bauen Vorurteile ab. Denn Menschen lernen sich kennen, verbringen Zeit miteinander und wachsen dadurch zusammen, statt auseinanderzudriften. Zuletzt konnten wir Mitte April durch den Besuch unserer italienischen Freunde aus Castronno in Ronneburg erfahren, wie lebhaft, interessant und stark sich ein solches Europa der Freunde und Partner anfühlt. Hierauf gilt es aufzubauen und solche Erfahrungen sollten möglichst vielen Europäerinnen und Europäern offenstehen. Denn hieraus wächst eben jene gemeinsame Identifikation als Bürgerinnen und Bürger eines freien und demokratischen Europas, das es der EU erlaubt, die aktuellen Herausforderungen zu bestehen.

Dem Europäischen Parlament ist es daher ein großes Anliegen, die Kommunen, bürgerschaftliches Engagement und damit auch Städtepartnerschaften wie zwischen Ronneburg und Castronno zu stärken. Im Mai dieses Jahres haben wir den Pakt von Amsterdam unterzeichnet, der die Vernetzung europäischer Kommunen unterstützt. Konkret bedeutet dies: Die Europäische Kommission, die Mitgliedsstaaten und die Städte und Gemeinden arbeiten gemeinsam an einer auf lokale Bedürfnisse ausgerichteten Politik, ohne Kompetenzen von der kommunalen Ebene weg zu verlagern. In zwei- bis dreijährigen Projektperioden entwickeln sie gemeinsam Vorschläge zu urbanen Themen, die aktiv in den Gesetzgebungsprozess auf EU-Ebene hineinwirken und die kommunalen Stimmen bei der Europäischen Kommission hörbarer machen. So soll den Kommunen und ihren Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, ihre lokale Umwelt im europäischen Kontext zu gestalten.

Europa ist ein Friedensprojekt, das uns hilft mit unseren Nachbarn und dem Rest der Welt zusammenzuarbeiten und gemeinsam erfolgreich zu sein. Schlussendlich geht es darum, Menschen
zusammenzuführen und nicht zu trennen. Das funktioniert nur, wenn wir dieses Europa auch leben. Dazu muss Europa mehr sein als ein politischer Apparat, den wir aus den Nachrichten kennen. Genau dies leistet die Stadt Ronneburg gemeinsam mit der italienischen Stadt Castronno und geht so vorbildlich voran. Ich wünsche Ihrer Städtepartnerschaft auch in Zukunft viel Erfolg und würde mich freuen, sie dabei auch weiterhin begleiten zu dürfen.

Ihr
Udo Bullmann

Christoph Degen (MdL und in Vertretung des Landrates)

Der Partnerschaftsvertrag zwischen der Gemeinde Ronneburg und der Gemeinde Castronno existiert mittlerweile schon über ein Jahr. Zu diesem ersten Geburtstag gratuliere ich herzlich! Der tatsächliche Austausch zwischen beiden Kommunen besteht bereits deutlich länger und wurde schon mit Leben erfüllt, bevor das formale Vertragsverhältnis besiegelt wurde. Mein erster persönlicher Kontakt mit den Vertreterinnen und Vertretern aus Castronno fand 2013 im Rahmen des 50. Jubiläums des Spielmanns- und Fanfarenzuges statt, als eine italienische Delegation zu Gast in Ronneburg war.

Schon damals habe ich erlebt, was sich mir heute als Präsident des Hessischen Musikverbands immer wieder bestätigt: Musik ist eine Sprache, die alle verstehen und Menschen egal welcher Herkunft verbindet. Umso schöner war es, dass ich auch dieses Jahr Teil der Begegnungen mit dem Besuch aus Castronno sein durfte und mich in Vertretung von Landrat Pipa von den gewachsenen Freundschaften überzeugen konnte. Das Zusammentreffen anlässlich der Feierlichkeiten zur Eröffnung des Fallbachhauses im Jahr 2016 werde ich sicher ebenso gut in Erinnerung behalten wie die Begegnungen 2013.

Der Partnerschaftsaustausch zwischen Ronneburg und Castronno ist ein gutes Beispiel für die internationale Völkerverständigung innerhalb Europas. Wenn von Völkerverständigung gesprochen wird, werden oft überregionale Beispiele genannt, etwa die Freundschaft zwischen den früheren „Erbfeinden“ Deutschland und Frankreich oder der Austausch mit noch viel entfernteren Staaten.

Doch genauso wichtig sind europäische Partnerschaften auf kommunaler Ebene zwischen „kleinen“ Städten und Gemeinden. So wird der europäische Gedanke für die Menschen vor Ort spürbar. Der kulturelle Austausch auf kommunaler Ebene vollendet erst den Prozess der europäischen Einigung. Dies ist in Ronneburg und Castronno eindrucksvoll gelungen. Doch ohne ehrenamtliches Engagement ist ein solcher Austausch nicht möglich. Denn vor dem Besuch der jeweils anderen Delegation, waren vielen Vorbereitungstreffen der Freundschaftsinitiative vor Ort notwendig. Ich möchte deshalb vor allem den engagierten Bürgerinnen und Bürgern danken, die durch ihre Mitarbeit in der Freundschaftsinitiative den Austausch organisiert haben. Dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger daran beteiligt haben, ist ein Zeichen dafür, dass der Austausch von der Bevölkerung angenommen wird. Ebenso gilt mein Dank den Verantwortlichen der Gemeinden Ronneburg und Castronno, die diesen Austausch fördern. Ich bin überzeugt, dass beide Gemeinden von der Gemeindepartnerschaft profitieren werden.

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen der europäische Gedanke innerhalb wie außerhalb unseres
Landes verstärkt in Frage gestellt wird, ist die Freundschaft zwischen Castronno und Ronneburg und zwischen den Menschen, die dort leben, ein wichtiges und starkes Signal für die Idee eines
gemeinsamen Europas. Verträge sind eine Sache, aber die wirkliche Verständigung geschieht zwischen den Menschen, so wie an jenem Tag im Fallbachhaus. Ich hoffe es wird viele mehr solcher Tage geben.

Ihr Christoph Degen
Mitglied des hessischen Landtags
Ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter

Geschichte der Partnerschaft Ronneburg – Castronno

Torten mit Flaggen von Italien und Deutschland
Torten mit Flaggen von Italien und Deutschland
Gruppenbild beim Besuch in Castronno, Italien
Gruppenbild beim Besuch in Castronno, Italien

Rathausmitarbeiterin Manuela Cadaci aus Castronno regt nach einem Besuch der Ronneburg, die Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden, über die Familie Veggiato an. Nico Veggiato stammt aus einem Nachbarort von Castronno.
Bürgermeister Heinz Habermann/Ronneburg nebst Ehefrau besuchen Castronno auf der Hinreise in den Italienurlaub,  mit einem Empfang im Rathaus Castronno.

2010
Erster Besuch von 3 Personen aus Castronno mit Bürgermeister Luciano Grandi und Silvia Tres in Ronneburg
Stadtbesichtigung von Frankfurt/Main und Sachsenhausen

2012
9 Ronneburger zu Besuch in Castronno
Empfang im Rathaus / festlicher Abend mit den Nationalhymnen/ Tortenanstich durch Bürgermeister Luciano Grandi und dem Ersten Beigeordneten Reinhold Rudel/ Jeepfahrt zum „ Heiligen Berg“ Sacro Monte di Varese

2013
Gäste aus Castronno mit der Stadtkapelle „Banda Musicale Azzura“ anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Spielmanns- und Fanfarenzug Ronneburg in Ronneburg.
Konzert der Stadtkapelle mit Nationalhymnen im Festzelt/ Besichtigung der Ronneburg

2015
Ronneburger  Delegation mit Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages durch die Bürgermeister Luciano Grandi und Andreas Hofmann, nebst den beiden Stellvertretern in Castronno.
Besuch der Einsiedelei „Santa Caterina del Sasso“ am Lago Maggiore

Eintreffen der Delegation in Ronneburg

Frühstück im Fallbachhaus
Frühstück im Fallbachhaus

Freitag, den 15.04.2016, morgens halb zehn in Deutschland. Ein weißer Bus mit italienischem Kennzeichen fährt am Fallbachhaus vor. Die Türen von Bus und Fallbachhaus öffnen sich und zur Begrüßung liegen sich Freunde aus Castronno und Ronneburg in den Armen. Diejenigen, die auf beiden Seiten zum ersten Mal dabei sind, sind noch etwas zurückhaltend. Doch das sollte sich bis Sonntag ändern. Die Begegnungen im Rahmen der Gemeindepartnerschaft führen dazu, dass innerhalb von Stunden aus Fremden Freunde werden.
Nach einem stärkenden Frühstück begrüßen beide Bürgermeister die Beteiligten. Die Aufteilung auf die Gastfamilien wird erst am Nachmittag erfolgen. Bis dahin nehmen wir bereits erste Programmpunkte des EU-Projektes in Angriff.

Fachwerk-Ensemble & Rundgang zum Rathaus

Gasthaus zur Krone, Fachwerkhaus
Gasthaus zur Krone, Fachwerkhaus
Beide Bürgermeister reichen sich die Hand nach feierlicher Enthüllung der Partnerschafts-Tafel
Beide Bürgermeister reichen sich die Hand nach feierlicher Enthüllung der Partnerschafts-Tafel
Bürgermeister Hofmann mit den Gästen im historischen Ortskern
Bürgermeister Hofmann mit den Gästen im historischen Ortskern

Nach der langen Busfahrt waren die Gäste froh, sich etwas die Beine zu vertreten. Während fleißige Helferlein im Fallbachhaus klar Schiff machten, ging eine kleine Gruppe Ronneburger unter Leitung unseres Bürgermeisters mit den Freunden aus Castronno zum Rathaus. Besondere Beachtung fanden die Fachwerkhäuser im alten Ortskern von Hüttengesäß. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Gäste den eigenen Lebensbereich wahrnehmen und Sachen bewundern, die für Einheimische selbstverständlich sind. Höhepunkt des Rundgangs war die feierliche Enthüllung der Tafel zur Gemeindepartnerschaft am Rathaus durch die beiden Bürgermeister, die dem Wind knapp zuvor kamen, der auch gerne die Enthüllung vorgenommen hätte.

Führungen durch die neuen Räumlichkeiten

In Gruppen werden die Senioren-Dependance „Haus Ronneburg“, die Tagespflege Kremer sowie die Begegnungsstätte Fallbachhaus besichtigt. Die Delegationsmitglieder werden hier über die neuen wohnortnahen Möglichkeiten für pflegebedürftige Menschen in Ronneburg informiert. Besonders schön ist, dass Bewohner die Gäste sogar in ihre Privatzimmer einladen. Bei der Senioren-Dependance handelt es sich um ein Vorzeigeobjekt für die Altenbetreuung in kleinen Gemeinden. Es gilt als Vorbild für wohnortnahes Wohnen und für die Betreuung von pflegebedürftigen Personen, die durch Zusammenarbeit mehrerer Gemeinden unter einer gemeinsamen Verwaltung finanzierbar sind. In Ronneburg gibt es drei Hausgemeinschaften mit je 12 Plätzen, insgesamt also 36. Im Mittelpunkt jeder Hausgemeinschaft befindet sich ein zentraler Wohn- und Speiseraum mit einer offenen Küche. Daran schließen sich die Einzimmer-Appartements der Bewohner an. Bei der Umsetzung des Hausgemeinschaftsmodells sollen die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in den Tagesablauf einbezogen und in ihrer Selbstständigkeit gestärkt werden.

In der Tagespflegeeinrichtung werden pflegebedürftige ältere Menschen mit körperlichen und/oder psychischen Einschränkungen tagsüber professionell gepflegt und betreut. Tagespflege gibt damit die Möglichkeit, trotz Erkrankungen zu Hause zu leben. Die Selbständigkeit wird erhalten und begünstigt. Die Tagespflege ist auch eine Alternative zum Heimaufenthalt. Gleichzeitig entlastet sie pflegende Angehörige. Sinnvolle Beschäftigung in der Gemeinschaft kann aktiv erlebt werden, Kontakte zu anderen Menschen werden gefördert und unterstützt.

Die Begegnungsstätte Fallbachhaus ist ein Dorfgemeinschaftshaus, das errichtet wurde, um die Begegnungen der Generationen in unserer Kommune zu fördern. Ein möglichst breites und interessantes Angebot soll alle Bevölkerungsschichten zum Mitmachen anregen.

Herr Mandt und Herr Conrad von der Senioren Dependance begrüßend die Gäste
Herr Mandt und Herr Conrad von der Senioren Dependance begrüßend die Gäste
In der Dependance mit Gästen und Bewohnern
In der Dependance mit Gästen und Bewohnern
In der Tagespflege-Einrichtung
In der Tagespflege-Einrichtung

Besuch der Burg Ronneburg

Auf vielfältigen Wunsch unserer Gäste aus Castronno wurde das Veranstaltungsprogramm etwas erweitert und eine Besichtigungstour unserer Ronneburg eingeschoben. Bei bestem Wetter fuhren wir nach dem Mittagessen zur Burg hinauf, deren markante Silhouette den Besucher schon von weitem grüßt. Eine freundliche Burgführerin begrüßte uns schon am mächtigen Eingangstor und beantwortete fachmännisch alle gestellten Fragen. Als Sicherungsburg der Staufer und später der Grafen von Ysenburg wurde sie immer weiter ausgebaut, in der Renaissance noch verschönert, aber leider auch mehrfach geplündert. Glaubensflüchtlinge wie der Graf Zinsendorf mit der Herrnhuter Brüdergemeinde fanden hier für eine Weile Zuflucht. Unsere große Gruppe bestaunte den 84 m tiefen Brunnen, der die Burgbewohner in Kriegszeiten mit Wasser versorgte. Durch den oberen Torbau ging es dann in den Innenhof der Kernburg, wo wir den Zinsendorfbau mit seinen schönen Erkern, den Palas mit steilen Giebeln, den alten Küchenbau (1573) mit intakter Feuerstelle und den Kemenatenbau mit alten Möbeln besichtigten. Natürlich durfte auch eine Besteigung des über 30 m hohen Bergfrieds nicht fehlen, auch wenn einige Besucher bei den vielen Treppen ein wenig aus der Puste gerieten. Viele Erinnerungsfotos wurden geschossen und alle malerischen Ecken und Winkel fotografiert.

Auf der Burg Ronneburg bei der Führung
Auf der Burg Ronneburg bei der Führung
Gäste am Burgbrunnen
Gäste am Burgbrunnen

Ständchen des Ronneburger Spielmanns- und Fanfarenzug und der Kindergartenkinder

Große Freude hatten unseren italienischen Gästen beim Standkonzert des Spielmanns- und Fanfarenzuges (SzFz) und den Liedern der Kindergartenkinder. Der SzFz hat eine besondere Beziehung zu Castronno, kamen doch zuletzt Gäste aus Castronno anlässlich der 50-Jahr-Feier dieses Vereins. So bot man sich gerne an, am Freitag Abend die Gäste mit beschwingten Rhythmen zu unterhalten. Das Wiedersehen mit den Gästen von damals wurde mit heftigen Umarmungen gefeiert.
Als am Samstag der Bus aus Frankfurt zurück kam, warteten die Kindergartenkinder schon, um mit extra eingeübten italienischen und deutschen Liedern einen musikalischen Gruß an die Gäste zu übermitteln. Kinder öffnen ja viele Herzen. Auch wenn die Herzen aus Castronno und Ronneburg schon offen waren, so war auch hier diese besondere Verbindung zwischen den Menschen aus den Partnergemeinden gut zu spüren.

Der Spielmanns- und Fanfarenzug Ronneburg spielt für die Gäste aus Castronno
Der Spielmanns- und Fanfarenzug Ronneburg spielt für die Gäste aus Castronno
Kindergartenkinder singen für die italienischen Gäste
Kindergartenkinder singen für die italienischen Gäste

Eröffnung des Fallbachhauses

Liedvortrag zur Fallbachhaus-Eröffnung
Liedvortrag zur Fallbachhaus-Eröffnung
Beide Bürgermeister zerschneiden das Band zur Eröffnung des Haupteinganges
Beide Bürgermeister zerschneiden das Band zur Eröffnung des Haupteinganges
Silvia Tres (zweite Bürgermeisterin aus Castronno) und Marga Schmidt (Kassiererin des Trägervereins) eröffnen am Samtag den Nebeneingang
Silvia Tres (zweite Bürgermeisterin aus Castronno) und Marga Schmidt (Kassiererin des Trägervereins) eröffnen am Samtag den Nebeneingang

In der Zeit vom 15.04-22.04.2016 wurde die Begegnungsstätte feierlich eröffnet und der Bevölkerung zur Nutzung übergeben. Dieses Projekt war ein Highlight dieser Eröffnung.
Am 15.04. wurde am Haupteingang des Fallbachhauses von den Bürgermeistern aus Castronno und Ronneburg gemeinsam das Band zerschnitten. Dieser symbolische Akt wurde an den folgenden Abenden an anderen Stellen mit anderen Personen wiederholt. U.a. eröffnete am Sonntag, den 22.04. der bekannte Moderator und Börsenexperte Frank Lehmann den Außenbereich. Durch die gemeinsame Einweihung mit den Freunden aus Castronno als Begegnung auf internationaler Ebene wurde die Grundlage für viele Begegnungen gelegt, die insbesondere die Bewohner der Dependance und die Ronneburger Bürger zusammen bringen sollen.
Die ehrenamtliche Arbeit des Trägervereins und der Freundschaftsinitiative stehen hier stellvertretend für die ehrenamtlich Tätigen insgesamt. Die Unterstützung durch andere Ronneburger Vereine, die Kinder aus der Kita und von vielen anderen zeigte schon auf, wie die Begegnungsstätte Fallbachhaus zukünftig genutzt werden soll und welchen Potenzial in diesem Haus für die Dorfgemeinschaft steckt.

Smartphone Ralley & Sachsenhausen (Frankfurt am Main)

Nach dem Frühstück in den Gastfamilien fuhren wir am Samstag morgen fast pünktlich nach Frankfurt. Dort gab es zunächst Führungen auf dem Römerberg in italienischer und deutscher Sprache. Anschließend bildeten wir drei gemischte Gruppen, um den europäischen Bankenstandort zu erkunden. Im Rahmen einer Smartphone-Safari, galt es besonders auf italienische und deutsche Banken zu achten und diese zu fotografieren. Dabei fiel auf, dass die im Internet zahlreich gelisteten italienischen Banken, im Stadtbild leider kaum zu finden waren, da sie regelmäßig von anderen Institutionen vertreten werden und nicht einmal Schilder an den Häusern haben. Die deutschen Banken mit ihren Hochhäusern sind dagegen nicht zu übersehen. Auch wenn eine Besichtigung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf den nächsten Besuch verschoben werden musste, da dort noch keine Besucher empfangen werden konnten, war die Vorbeifahrt an diesem Gebäude ein schöner Abschluss.
Vor diesem Abschluss waren wir in den drei Gruppen zum Mittagessen in Sachsenhausen. Hier wurden neben dem leiblichen Wohl mit hessischen Spezialitäten auch die Freundschaft besonders intensiv empfunden. Nur so viel: Der Bus fuhr nicht pünktlich zurück.

Blick auf die Frankfurt Skyline
Blick auf die Frankfurt Skyline
Eine der Gruppen vor der Frankfurter Börse
Eine der Gruppen vor der Frankfurter Börse
Bankenhochhäuser
Bankenhochhäuser
Noch mehr Bankenhochhäuser
Noch mehr Bankenhochhäuser
Eine der Gruppen am Eisernen Steg
Eine der Gruppen am Eisernen Steg

Ausstellung der Ronneburger Vereine und ehrenamtlich Tätigen zur Bedeutung des Ehrenamtes in einer älter werden Gesellschaft und zur europäischen Ausrichtung der Vereine

Die Ausstellung stellte die in Ronneburg ehrenamtlich Tätigen und ihre Vereine/Organisationen dar. Besonderen Wert wurde auf die Bedeutung des Ehrenamtes sowie die bestehenden Beziehungen zur EU und die internationalen Beziehungen gelegt. Das sollte eine positive Einstellung zur EU und zu internationalen Beziehungen fördern und für mehr Toleranz sorgen und Skepsis abbauen.

Wir fordern alle auf, sich ehrenamtlich zu betätigen.
Die Dorfgemeinschaft braucht jede Unterstützung!

Ausstellung: Leittext, Trägerverein des Fallbachhauses und Fallbachhaus-Lied
Ausstellung: Leittext, Trägerverein des Fallbachhauses und Fallbachhaus-Lied
Ausstellung: Titelschild und weitere Vereine
Ausstellung: Titelschild und weitere Vereine

Bedeutung der EU für die Bürgerinnen und Bürger

Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.

(Folgende Ausführungen stammen von der ipz-bonn)
Die europäische Integration ist ein Prozess mit vielfältigen Integrationsschritten und Visionen. Während die wirtschaftliche Integration der EU durch den Binnenmarkt ein hohes Maß erreicht hat, ist man in der Sozialpolitik sowie in Außen- und Sicherheitsfragen noch weit von einer gemeinsamen Politik entfernt.

Die Länder in Westeuropa, die mehr Integration wünschten als der Europarat bieten konnte, gründeten 1952 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Die EGKS schuf die erste supranationale europäische Institution, womit eine einzigartige Entwicklung einsetzte: der Weg zur EU mit heute 28 Mitgliedern.

Italien
Hauptstadt: Rom
Bevölkerung: 58,5 Mio. Einwohner
Staats- und Regierungsform: parlamentarische Republik (seit 1946)
Währung: Euro €
Durchschnittliche Kinder je Frau: 1,3
Lebenserwartung: ♀ 82,5 Jahre, ♂ 76,8 Jahre
Religion: ca. 90% Katholiken
Erwerbstätige: Handel und Dienstleistungen 66,6 %,
Industrie 29,0 %, Landwirtschaft 4,4 %
Arbeitslosenquote: 11,2 % (U-25: 36,6 %)
Deutschland
Hauptstadt: Berlin, 3.4 Mio. Einwohner
Bevölkerung: 82,5 Mio. Einwohner
Währung: Euro (€)
Durchschnittliche Kinder je Frau: 1,4
Nationalfeiertag: 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit
(Wiedervereinigung durch Beitritt der DDR zur Bundesrepublik)
Staats-/ Regierungsform: seit 1949 parlamentarische Demokratie,
seit 1990 gegliedert in 16 Bundesländer.

Workshop Vorteile der EU-Mitgliedschaft

Die Vorteile der EU-Mitgliedschaft werden deutlich am Beispiel einer Einkaufsfahrt eines Händlers aus Deutschland in die Niederlande, nach Belgien und zurück. Ohne die Errungenschaften im Rahmen der europäischen Einigung waren drei Grenzkontrollen mit Wartezeiten zu überwinden, die D-Mark musste in zwei ausländische Währungen getauscht werden (jeweils mit Gebühren und Wechselkursrisiko) und es waren Zölle zu entrichten. „Ich mag die EU“ sagte der Leiter des Workshops und zeigte, wieviel einfacher die Fahrt ohne Grenzkontrollen und Zölle, aber mit dem Euro als einheitlichem Zahlungsmittel geworden ist. 

Wir in Europa
Wir in Europa
Das Europa der Bürgerinnen und Bürger
Das Europa der Bürgerinnen und Bürger
Die europäische Union
Die europäische Union
Im Fallbachhaus lauschen alle den Ausführungen des EU-Abgeordneten
Im Fallbachhaus lauschen alle den Ausführungen des EU-Abgeordneten

Bericht von Frau von Gerlach

Gastgeberin (Frau von Gerlach) und Gäste vor dem Privathaus
Gastgeberin und Gäste vor dem Privathaus
Gäste und Gastgeberinnen vor dem Bild der Burg Ronneburg im Fallbachhaus
Gäste und Gastgeberinnen vor dem Bild der Burg Ronneburg im Fallbachhaus

Nach langen Planungen und manch einer Besprechung war nun endlich das Wochenende 15., 16., 17. April 2016 da. Unsere Gäste aus der italienischen Partnergemeinde Castronno sollten kommen.
Oft kommt Besuch aus der Ferne mit Verspätung. Aber unsere Gäste kamen am Vormittag statt, wie angekündigt
am Nachmittag. Man hatte sich in Castronno für eine Nachtfahrt entschieden. Die frühe Ankunft stellte einige Gastgeber vor Probleme, denn sie waren noch auf der Arbeit. Also hieß es improvisieren. Nachdem wir unsere drei Gäste in Empfang genommen hatten, ging es erstmal für eine kleine Pause „nach Hause".
Da wir kein Italienisch sprechen, hatten wir doch einige Bedenken wegen der Verständigung. Aber die klappte dann doch sehr gut dank der Englisch-Kenntnisse auf beiden Seiten, und wo es mal „klemmte" mit „Händen und Füßen" oder Wörterbuch.
Um die Zeit bis Nachmittags zu überbrücken, trafen wir uns bald wieder. Frau Rauch vom Geschichtsverein konnte kurzfristig für eine Führung auf der Ronneburg gewonnen werden.
Am Nachmittag trafen sich dann alle - Gäste und Gastgeber - in unserer neuen Begegnungsstätte „Fallbachhaus" die an diesem Tag auch offiziell eingeweiht wurde.
Wir wurden von den Bürgermeistern der beiden Gemeinden begrüßt.
Viele fleißige Helfer hatten für das leibliche Wohl gesorgt, und schon abends herrschte eine fröhliche und herzliche Atmosphäre.
Programmpunkte an diesem Wochenende waren noch: Besichtigung der neuen Senioren-Dependance. Fotoausstellung, Vortrag des Europaabgeordneten Dr. Bullmann, Bildervortrag von Herr Gross. Kindergartenkinder erfreuten uns mit einem Ständchen ebenso wie der Sz+Fz.
Bei einem Rundgang durch Hüttengesäß wurde am Rathaus die Verschwisterungs-Tafel zwischen Castronno und Ronneburg enthüllt.
Ein Höhepunkt für unsere Gäste war sicherlich auch die Fahrt nach Frankfurt am Samstag. In den Gastfamilien wurde zeitig gefrühstückt. Dann ging es bei leider trübem Wetter los.
Wie schnell war die Zeit des Aufenthaltes um! Es wurde sicher manch ein Kontakt geknüpft.
Am Sonntag Morgen - nach einem gemeinsamen Frühstück im Fallbachhaus - hieß es schon wieder Abschied nehmen. Mit herzlichen Worten und guten Wünschen von beiden Seiten fuhr der Bus dann langsam davon.
Nun wollen wir uns bemühen, dass der Kontakt nicht einschläft.

Wie geht's weiter?

Ronneburger Gastgeber winken zum Abschied den Gästen im Bus nach Castronno
Ronneburger Gastgeber winken zum Abschied

Aufruf des Vorsitzenden der Gemeindevertretung Jürgen Waitz
Im Rahmen unseres Besuches im Juli 2015 in Castronno, anlässlich der Unterzeichnung des
Freundschaftsvertrages, sind zahlreiche neue Kontakte entstanden. So wurde uns das
Vereinswesen i.R. der Feierstunde durch die verschiedenen Verbände von Castronno vorgestellt.
Insbesondere mit Vertretern der SpVgg. Hüttengesäß wurden Informationen über mögliche gemeinsame Aktivitäten ausgetauscht. Auf musikalischer Ebene fand zuvor bereits im Jahr 2013 ein Besuch des Musikvereins „Banda Musicale Azzurra Commune di Castronno“, im Rahmen des
50-jährigen Jubiläums unseres Spielmanns- und Fanfarenzuges in Ronneburg statt. Die gewonnenen Kontakte gilt es nun durch einen regelmäßigen Austausch zu vertiefen.
Anlässlich des Gegenbesuch der Abordnung aus Castronno im Mai 2016 haben unsere Freunde privat bei zahlreichen Ronneburger Familien übernachtet. Durch den engen Kontakt sind hierdurch viele neue Freundschaften entstanden. Über die digitalen Medien erfolgt ein regelmäßiger
Informationsaustausch, sodass wir stets über aktuelle Themen unser Partner informiert sind. Bürger, die anlässlich einer Urlaubsreise nach Italien gefahren sind, berichten von der Gastfreundschaft bei Familien in Castronno. Zur Verbesserung der sprachlichen Verständigung planen wir nun ab Janaur in Ronneburg die Durchführung eines Italienisch-Kurses, welchen einige Mitglieder der Freundschaftsinitiative Ronneburg-Castronno (FIRC) initiieren werden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger könne sich hierzu im Rathaus melden.
Abschließend bleibt zu konstatieren: Die politischen Gremien können nur die Rahmenbedingungen
für eine Völkerverständigung schaffen; Vereine und Verbände sowie Bürgerinnen und Bürger
beider Kommunen sind dazu aufgerufen, die Inhalte des Freundschaftsvertrages mit Leben zu
erfüllen, sodass dies ein Erfolgsmodell wird. Es ist doch spannend neue Freunde und deren Lebensumfeld kennen zu lernen. Wir werden den regelmäßigen Kontakt zu unseren Städtepartnern in Castronno weiterhin fördern und aktiv pflegen.

http://www.ronneburg.eu/index.php?id=186