Archiv: Gemeinde Ronneburg

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KVG Main-Kinzig stellt sich Kritik der Ronneburger Bürgerschaft

Autor: Ronneburg - Karin Jung
Artikel vom 26.07.2018

KVG Main-Kinzig stellt sich Kritik der Ronneburger Bürgerschaft

Am Mittwoch, den 24.07.2018, führte die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig mbH (KVG) gemeinsam mit der Gemeinde Ronneburg eine Infoveranstaltung bezüglich der neuen Busfahrpläne vom 24.06.2018 im Türmchen Altwiedermus durch, um sich Fragen und Kritik der Ronneburger Bürger zu stellen. Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) durfte bei der Begrüßung ein brechend volles und hervorragend besuchtes Dorfgemeinschaftshaus feststellen, was die Bedeutung des ÖPNV´s für Ronneburg verdeutlicht. Gremien und Bürgermeister hatten auf die Infoveranstaltung gedrängt, um den Bürgerinnen und Bürgern die direkte Kontaktaufnahme mit der KVG zu ermöglichen und der KVG die Möglichkeit zu bieten, die Änderungen und Begleitumstände seit dem Fahrplanwechsel zu erklären und zu erläutern.

 

KVG-Geschäftsführerin Frau Sonja Landschreiber stellte in ihrem Vortrag die Hintergründe und Ziele des Nahverkehrsplanes 2013-2018 dar. Der Betreiber VIA-Bus war ebenfalls zugegen, dessen Geschäftsführer Herr Schütte, für Fragen aus dem täglichen Betrieb zur Verfügung stand. In diesem Zusammenhang brachten die Bürgerinnen und Bürger folgende Sachverhalte vor, welche einer Lösung der Verantwortlichen auf Seiten von VIA-Bus und der KVG erfordern:

Grundsätzlich bemängelten die Bürgerinnen, die ...

Ø  Probleme mit dem Umsteigepunkt Markt am Ring, an welchem die Umsteigemöglichkeiten nach Hanau zu oft nicht gewährleistet werden.

Ø  Die schlechte Informationspolitik und die späte Information bezüglich einer so gravierenden Konzeptänderung und Umstellung.

Ø  Situation veraltet-wirkender Fahrzeuge, die zudem schlecht gewartet, gepflegt und gereinigt sind.

Ø  Die fehlende Beratungs- und Auskunftsmöglichkeit seitens der Busfahrer speziell unter den Bedingungen einer Linienänderung.

Ø  Streichung von Fahrtzeiten in den Abendstunden an den Wochenenden.

Ø  Veröffentlichung eines Fahrplanes mit vielen Mängeln, der auch im Schulbus-Verkehr zu erheblichen Verunsicherungen geführt hat. Der Schulbus-Verkehr warf zudem weitere Fragestellungen aufgrund überfüllter Busfahrten mit zu vielen Kindern auf.

Seitens der Gremien bemängelte Gemeindevertretervorsitzender Jürgen Waitz (SPD) die unbekannten Fahrgastzahlen und Langezeit unbekannten Fahrpläne mit ihrer konkreten Ausgestaltung, worin beispielsweise die Fahrzeiten-Streichungen an den Samstag- und Sonntagabenden zu erkennen gewesen wären.

 

Bürgermeister Andreas Hofmann berichtete in seinen Redebeiträgen die Entstehungsgeschichte der Konzeption der neuen Buslinie im Nahverkehrsplan 2013-2018. Die Gemeinde Ronneburg hatte seit 2006 mit Eingaben versucht eine Attraktivitätssteigerung der Buslinie zu erreichen. In diesem Zusammenhang gab es folgende Beschlusslage:

1.       Unter der Prämisse eines Umsteigepunktes sollte der Hanauer Freiheitsplatz deutlich unter 40 Minuten erreicht werden. Der Umsteigepunkt sollte vom Erlenseer Limeskreisel an den Langenselbolder „Markt am Ring“ verlegt werden.

2.       Die Ronneburger Linie sollte dann mit einer attraktiven Fahrtzeit über den Markt am Ring zum Bahnhof Langenselbold führen und Ronneburger Pendler für den RegionalExpress der Bahn gewinnen.

„Beide Punkte sollten ein Aufbruchssignal für den ÖPNV werden und sind gegenwärtig nicht erfüllt. Speziell die Erreichbarkeit des Bahnhofs Langenselbold ist mit der momentanen Fahrtzeit für Ronneburg nicht als attraktiv zu bezeichnen. Weiterhin geht das Konzept nicht auf,  wenn der zentrale Umsteigepunkt nicht funktioniert“, erläutert der Bürgermeister. Hierzu sicherte VIA-Bus Geschäftsführer Schütte zu, eine Untersuchung der Fahrtzeit durchzuführen, um herauszufinden weswegen der Umsteigevorgang nicht stabil laufe.

KVG Geschäftsführerin Frau Landschreiber sah Verbesserungen ab der regulären Vergabe an VIA-Bus möglich, da das Busunternehmen dann die endgültige Planungssicherheit habe.

Die Vergabefrage erhitzte erneut die Gemüter und Frau Landschreiber führte aus, es habe eine Interimsvergabe an VIA-Bus erfordert, da sonst im Rahmen überörtlicher Änderungen, die auch mit dem Nahverkehrsplan 2013-2018 zusammenhängen, die Busse nicht mehr nach dem alten Fahrplan fahren konnten. Da es neue Verknüpfungen gab, musste auch das neue Konzept Anwendung finden.

In diesem Zusammenhang griff Bürgermeister Hofmann die grundsätzliche Frage der Vergabeordnung auf und berichtete, eine neue Resolution für die Gemeindevertretung zu prüfen, die die Vergabeordnung und Vergabemodalitäten des Landes Hessen für den ÖPNV angreift. "Wir lehnen eine starre Fixierung der Vergabebewertung von 70% Preis und 30% Qualität ab, da diese Gewichtung klar größere und überregionale Busunternehmen begünstige, die im Ronneburger und Main-Kinzig-Kreis keine Erfahrung haben“, so Hofmann zum Ursprung des Problems. "Wir vermuten einen klaren Zusammenhang zwischen Vergabeordnung und der Torpedierung mittelständischer Strukturen im Main-Kinzig-Kreis, die Landesregierung und Landtag abstellen müssen", so der Bürgermeister weiter.

 

Am Ende der Diskussion bedankte sich der Rathauschef bei allen Beteiligten für die intensive und konstruktive Diskussion. "Wir schauen weiter hin. Wir nehmen weiter Probleme aus der Bevölkerung auf, um bei Fragen des ÖPNV im Gespräch mit KVG und VIA-Bus "im Bilde" zu sein. Je nach Fortschritt in den nächsten Wochen könnte eine weitere Veranstaltung dieser Art seitens der Kommune angesetzt werden. Der ÖPNV ist Grundbedürfnis und eine grundlegende Infrastruktur für alle Bürgerinnen und Bürger, auch der Bezug zum Wohnstandort ist bedeutend. Aus diesen Gründen erwarten wir Verbesserungen, die den täglichen Betrieb stabil und sicher gewährleisten", so Bürgermeister Hofmann abschließend.